Max Kruse Urmel


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Herkunft



Mein Vater wurde 1854 in Berlin geboren, er war bereits 68 Jahre alt, als ich zur Welt kam. Er war seinerzeit ein bekannter Bildhauer, er schuf die einzige Büste Friedrich Nietzsches, "nach dem Leben", sein "Siegesbote von Marathon" steht heute noch - soviel ich weiß - in Berlin auf dem Dach des Theater des Westens, seine vielen anderen Werke, zumeist Büsten berühmter Zeitgenossen, wie auch das Original des Siegesboten, befinden sich in der Berliner Nationalgalerie, soweit sie nicht in alle Welt verstreut sind. Meine Mutter war dreißig Jahre jünger als er, sie kam aus den ärmlichsten Verhältnissen Breslaus, und schaffte trotzdem. kaum siebzehn Jahre alt, den Sprung auf die Bühne des Berliner Lessingtheaters. Über Umwege wurde sie zu einer der bekanntesten Frauen Deutschlands des zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Puppen- die Käthe Kruse Puppen - wurden weltberühmt. Zwei Literaturnobelpreisträger, erwähnen sie in ihren Romanen, nämlich Thomas Mann im "Doktor Faustus" und Günther Grass in der Blechtrommel.

Und nun zu mir. Da lasse ich lieber jemand anderen sprechen, wenn ich den Text auch da und dort ein wenig ergänzt oder berichtigt habe: "Am 19. November 1921 in Bad Kösen an der Saale als Letztes von sieben Kindern der Puppenmacherin Käthe Kruse in einen wuseligen Haushalt hineingeboren, zeigte sich "Herzensmaxl" bald als kränkliches Kind. Ein ernster und blasser Einzelgänger, der mehr Zeit in Sanatorien als auf der Schule zubrachte, ein Träumer, der am liebsten schmökernd im Bett lag. Und doch hinterließ das Umfeld tiefen Eindruck, wie Kruse in seiner Biografie "Im Wandel der Zeit" mit Verve zu berichten weiß: prägend - die künstlerischen Geschwister, die Werkstätten der Mutter, ihr Weltruhm und resolut zärtliches Regiment, das so wenig von bildungsbürgerlichen Tugenden hielt.
Lange wird Max Kruse brauchen, um sich davon frei zuschreiben. Erst wird sein Philosophie und Betriebswirtschaftsstudium in Jena vom Krieg unterbrochen, dann arbeitet er als Kaufmann, um nach der Enteignung in der sowjetisch besetzten Zone die mütterlichen Puppenwerkstätten in Bad Pyrmont und später in Donauwörth wieder aufzubauen. Endlich, mit fast vierzig Jahren, übergibt er das Unternehmen seiner Schwester und kann tun, wovon er schon als kleiner Junge träumte: Schreiben. 1952 wird sein erstes Kinderbuch "Der Löwe ist los" veröffentlicht, zwischen den vier Folgebänden verdingt sich Kruse als Werbetexter, Reiseschriftsteller und Journalist. Beim Kauf einer Tiefkühltruhe, so die vielzitierte Anekdote, sei er auf die Idee mit Urmel gekommen - und dank der Augsburger Puppenkiste gelingt ihm damit der große Durchbruch lange vor blutrünstigen Dino-Abenteuern aus Hollywood. Heute gehören die Geschichten um den liebenswerten Urzeit-Fratz zu den Klassikern der Kinderliteratur: Es gibt Urmel-Trickfilme, Musicals, Hörspiele und Theaterstücke. Bei so viel Kult vergisst man fast, dass Kruse über fünfzig Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben hat, deren Gesamtauflage heute bei über drei Millionen liegt. (MARION KLÖTZER)

Und Rudolf van Nahl ergänzt: "Heute hat sich Max Kruse mit seiner dritten Frau in das bayerische Voralpenland zurückgezogen. Zu erwähnen bleibt, dass Max Kruse Mitglied des P.E.N. ist und das Bundesverdienstkreuz erhielt. Im Laufe seines schriftstellerischen Lebens bekam er auch einige Preise, so 1999 den Kulturpreis Penzberg, 2000 den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und 2005 den Werner-Egk-Kulturpreis in Donauwörth.



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